Nadia Battocletti während der Preisverleihung des 29. Internationalen Fair Play Menarini Awards, Preisträgerin in der Kategorie „Die sozialen Werte des Sports“
Im Jahr 2025 zählte der Internationale Fair Play Menarini Award auch Nadia Battocletti zu seinen Protagonistinnen und zeichnete das aufstrebende Talent der Leichtathletik in der Kategorie „Die sozialen Werte des Sports“ aus.
Schauplatz war am 3. Juli das Römische Theater von Fiesole: warmes Licht, ein begeistertes Publikum und die Geschichten von Champions, die es verstanden haben zu gewinnen, ohne ihre Prinzipien zu verraten.
Nadia wurde im Jahr 2000 in Cles in der Provinz Trient geboren und wuchs mit der Überzeugung auf, dass Laufen vor allem bedeutet, sich selbst und anderen auf faire Weise zu begegnen.
Aufgewachsen in einer Familie, die dem Laufsport seit jeher eng verbunden ist (ihr Vater Giuliano und ihre Mutter Jawhara waren beide herausragende Mittelstreckenläufer), erhielt sie eine sportliche Ausbildung, die tief in der Leidenschaft für Ausdauerdisziplinen verwurzelt ist.
Das Jahr 2025 bescherte ihr zudem zwei unvergessliche Momente bei den Weltmeisterschaften in Tokio: Nadia stand gleich zweimal auf dem Podium und gewann eine Silbermedaille über 10.000 Meter sowie eine Bronzemedaille über 5.000 Meter.
In nur wenigen Jahren hat sie eine beeindruckende Erfolgsliste aufgebaut, wobei 2024 als ihr bislang erfolgreichstes Jahr gelten kann: Gold bei den Europameisterschaften in Rom über 5.000 und 10.000 Meter, olympisches Silber in Paris über 10.000 Meter, italienische Rekorde und sogar ein Europarekord über 5 Kilometer auf der Straße.
Auf der Bahn zeichnet sich Nadia dadurch aus, dass sie keine Abkürzungen sucht. Niederlagen nimmt sie mit Klarheit an, Siege feiert sie mit Bescheidenheit – und vergisst dabei nie, ihren Fans ein spontanes Lächeln zu schenken oder denjenigen die Hand zu reichen, die mit ihr die Anstrengung einer besonders anspruchsvollen Disziplin geteilt haben.
Ihr Fair Play zeigt sich in einfachen Gesten und in einer Körpersprache, die Dankbarkeit ausdrückt: Lächeln für die Konkurrentinnen, aufmunternde Worte, zurückhaltende Feiern selbst bei den prestigeträchtigsten Erfolgen. Für die Fans – und insbesondere für die Jüngsten – ist es eine stärkere Lektion als jeder Slogan, einer Athletin zuzusehen, die hart für ihre Ziele kämpft. Sie selbst spricht mit Stolz über die Verbundenheit mit ihrer Heimat:
„Bei uns, in meinem Tal, sagt man, es habe einen ‚Battocletti-Effekt‘ gegeben, weil die Vereine so viele neue Anmeldungen hatten, dass sie leider sogar einige ablehnen mussten – und das macht mich sehr glücklich. Auch wenn ich auf einem Radweg oder in der Stadt laufe, schauen mich die Leute manchmal an oder sagen: ‚Weißt du, ich habe wieder mit dem Laufen angefangen.‘ Ich denke, auch das ist das Schöne am Sport.“
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Ein positiver Kreislauf aus Begeisterung und Inspiration, der über Laufbahnen und Hallen hinausgeht und Straßen sowie Parks erreicht. In diesem Sinne ist der Fair Play Menarini Award nicht nur eine persönliche Auszeichnung, sondern auch eine Würdigung der Wirkung, die Sport auf die gesamte Gemeinschaft haben kann.
Bei der Abschlusszeremonie des 29. Internationalen Fair Play Menarini Awards erklang ihr Name neben dem etablierter Champions – ein symbolischer roter Faden, der unterschiedliche Disziplinen unter einem gemeinsamen Prinzip vereint: Man kann erfolgreich sein, ohne auf Bescheidenheit zu verzichten.
In dem abschließenden Applaus des Publikums war Nadia nicht nur die junge Athletin, die die Geschichte des italienischen Mittelstreckenlaufs neu schreibt, sondern die Verkörperung eines Sports, der inspirieren, lehren und verbinden kann.