Mailand-Cortina 2026: Die Fair-Play-Menarini-Botschafter auf dem Weg zu den Olympischen Winterspielen
Federica Brignone, Stefania Constantini, Federico Pellegrino, Lisa Vittozzi, Sofia Goggia, Francesca Lollobrigida
Am 6. Februar 2026 öffnet sich für den italienischen Wintersport ein Fenster, das sich so schnell nicht wieder auftut: Olympische Spiele im eigenen Land, in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die Mannschaft, die dort an den Start geht, bringt alles mit, was es auf diesem Niveau braucht: Erfahrung, Belastbarkeit, den unbedingten Willen zur Spitze.
Dass es dabei um mehr geht als Hundertstelsekunden und Platzierungen, dafür steht der Internationale Preis Fair Play Menarini. Seit Jahren ehrt er Athletinnen und Athleten, die den Wettkampf als etwas Größeres begreifen: als Schule der Verantwortung, des Respekts und des Miteinanders.
Die italienische Delegation wird bei der Eröffnungsfeier von Federico Pellegrino, Arianna Fontana und Federica Brignone angeführt. Drei Sportler mit völlig unterschiedlichen Karrierewegen, die jedoch eines eint: sie wissen genau, wie man unter enormem Druck Höchstleistungen abruft.
Pellegrino zählt seit Jahren zur absoluten Weltspitze im Skilanglauf. In Mailand-Cortina läuft er nun zum letzten Mal auf der olympischen Bühne auf. Was bleibt, ist eine Bilanz, die für sich spricht: zwei olympische Silbermedaillen — PyeongChang 2018 und Peking 2022 — sowie sechs WM-Medaillen, eine davon in Gold. Es ist die Karriere eines Athleten, der Rückschläge stets als Ansporn begriff und nie den Antrieb verlor.
Als Arianna Fontana 2006 in Turin mit gerade einmal sechzehn Jahren ihre erste olympische Bronzemedaille holte, ahnte kaum jemand, welche Laufbahn noch folgen sollte. Zwanzig Jahre später steht die Short-Track-Ikone bei sechzehn olympischen Medaillen: eine Bilanz, die in ihrer Sportart ihresgleichen sucht. Mailand-Cortina ist für sie deshalb kein sentimentaler Abstecher in die Vergangenheit, sondern ein weiterer Prüfstein: die Chance, sich noch einmal mit der eigenen Bestmarke und der Zeit zu messen.
Keine Skifahrerin wird in diesen Wochen mit so viel Spannung erwartet wie Brignone. Die Saison 2025 hatte sie regelrecht dominiert, ehe im April eine schwere Verletzung alles auf den Kopf stellte. Dass sie überhaupt am Start steht, ist bereits ein Triumph für sich. Ihr Weg zurück auf die Piste steht für Willensstärke in Reinform, und dafür, dass manche Niederlagen nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach oben sind.
Jenseits der Fahnenträger: Italiens olympisches Aufgebot in der Breite
Neben dem Trio an der Spitze sorgen die weiteren Fair-Play-Menarini-Botschafter dafür, dass Italien in zahlreichen Disziplinen um Medaillen mitmischen kann.
Francesca Lollobrigida nimmt bereits zum vierten Mal an Olympischen Spielen teil. Die amtierende Weltmeisterin über 5.000 Meter, die in Peking 2022 über 3.000 Meter Bronze gewann, ist und bleibt das Aushängeschild des italienischen Eisschnelllaufs.
Im Biathlon setzt Italien auf Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer. Kaum jemand hat dem italienischen Biathlon in den vergangenen Jahren so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie diese beiden. Vittozzi sicherte sich 2024 den Gesamtweltcup und den Verfolgungstitel und hat sich nach einer von Verletzungen überschatteten Pause eindrucksvoll zurückgemeldet. Wierer, dreifache Weltmeisterin und mit 52 Podestplätzen im Weltcup eine feste Größe der Szene, wird in Anterselva ihre Karriere beenden. Genau dort, wo vor vielen Jahren alles für sie begann. Ein Kreis, der sich schließt.
Im Curling will Stefania Constantini an den Sensationserfolg von Peking 2022 anknüpfen. Erneut an ihrer Seite: Amos Mosaner, der in Mailand-Cortina zudem als vierter Fahnenträger der italienischen Mannschaft fungiert. Das Ziel ist klar: die Titelverteidigung im Mixed-Doppel.
Im Ski Alpin träumt Dominik Paris von einem krönenden Abschluss. 24 Weltcupsiege hat der Südtiroler auf dem Konto; ein Triumph auf seiner Stelvio-Piste wäre das perfekte Schlusswort einer großen Laufbahn. Sofia Goggia wiederum, Olympiasiegerin von 2018 und Silbergewinnerin von 2022, geht nach einem jüngsten Super-G-Erfolg mit neuem Schwung in die Spiele. Ihr Ziel: ein weiteres großes Kapitel in einer ohnehin schon beeindruckenden olympischen Biografie.
Für alle Fair-Play-Menarini-Botschafter steht bei diesen Spielen weit mehr auf dem Spiel als Platzierungen und Zeiten. Hinter jedem Startschuss, jeder Abfahrt und jedem Wettkampf verbergen sich Jahre der Entbehrung, tiefgreifende persönliche Entscheidungen und ein Engagement, das sich in keiner Ergebnisliste vollständig abbilden lässt. Auf der olympischen Bühne werden diese Athletinnen und Athleten nicht bloß die Farben ihres Landes tragen. Sie werden auch eine Idee davon verkörpern, was Sport im besten Sinne sein kann: eine Schule des Respekts, der Fairness und der Vorbildwirkung.
Fair-Play-Menarini-Botschafter bei den Olympischen Winterspielen 2026
Francesca Lollobrigida, Eisschnelllauf, “Soziale Werte des Sports” — 2024
Lisa Vittozzi, Biathlon, “Fair Play und Umwelt” — 2023
Stefania Constantini, Curling, “Erzieherische Werte des Sports” — 2022
Dominik Paris, Ski Alpin, Sustenium-Sonderpreis “Energie und Herz” — 2020
Federica Brignone, Ski Alpin, “Vorbild für die Jugend” — 2019
Arianna Fontana, Short Track, Sustenium-Sonderpreis “Energie und Herz” — 2018
Dorothea Wierer, Biathlon, “Förderung des Sports” — 2017
Sofia Goggia, Ski Alpin, “Förderung des Sports” — 2017
Federico Pellegrino, Skilanglauf, “Vorbild für die Jugend” — 2017