Fondazione Menarini und World Heart Federation: Gemeinsam die Kardiologie von morgen prägen

Fiesole wurde zum Schauplatz des 2025 Emerging Leaders-Programms der World Heart Federation (WHF) und markiert damit den Beginn einer neuen Partnerschaft zwischen der internationalen Föderation und der Fondazione Menarini.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hielt die WHF ihre Jahrestagung in Italien ab, und zwar im Auditorium der Fondazione Menarini. Fünf Tage lang kamen Nachwuchsmediziner und junge Forschende aus den USA, Australien, Nepal, Brasilien und weiteren Ländern zusammen, um sich mit den drängendsten Fragen der Herzgesundheit auseinanderzusetzen, wobei die künstliche Intelligenz im Mittelpunkt stand. Das Programm verfolgt ein klares Ziel, nämlich die Führungskräfte von morgen auszubilden, die den Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weltweit häufigste Todesursache, vorantreiben werden. Die WHF, deren Netzwerk mehr als hundert Länder umfasst, setzt dabei auf junge Talente als Innovationsmotoren. CEO Finn-Jarle Rode brachte es auf den Punkt: «Wir müssen Forschung, Kliniker und Patienten enger zusammenbringen».

Die künstliche Intelligenz stand diesmal ganz oben auf der Agenda, vor allem ihr Einsatz in Prävention, Diagnostik und Therapiebegleitung. Die Technologie ist längst keine Zukunftsvision mehr: im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais werten KI-Algorithmen bereits täglich über fünftausend EKGs aus und unterstützen so die medizinische Versorgung in 1.500 Gemeinden. Ein Vorzeigeprojekt der Telemedizin.

Das Potenzial geht jedoch weit über die Verarbeitung großer Datenmengen hinaus. KI-gestützte EKG-Analysen könnten etwa die Diagnose der Chagas-Krankheit grundlegend verändern, von der weltweit über sechs Millionen Menschen betroffen sind und die bislang nur durch Bluttests nachgewiesen werden kann. Auch die intelligente Auswertung von Daten aus Smartwatches und Wearables eröffnet neue Perspektiven: Ärzte könnten frühzeitig auf eine nachlassende Herzleistung oder beginnende Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern aufmerksam gemacht werden und so rechtzeitig, möglicherweise sogar lebensrettend, eingreifen.

Professorin Clara Chow von der Universität Sydney gab einen wichtigen Denkanstoß: es gehe keineswegs um Billigmedizin, sondern um skalierbare Innovationen, die hochwertige Versorgung für möglichst viele Menschen zugänglich machen. Bestimmte Werkzeuge lassen sich bereits heute problemlos in den klinischen Alltag integrieren, etwa Chatbots für die Patientenkommunikation oder automatische Erinnerungssysteme für Kontrolluntersuchungen und Nachsorgetermine, die besonders nach einem Krankenhausaufenthalt wertvoll sind.

In Zukunft könnte KI auch die medikamentöse Behandlung von Herzerkrankungen grundlegend verändern: Algorithmen, die die optimale Therapie ermitteln, Nebenwirkungen vorhersagen und durch digitale Zwillinge klinische Studien beschleunigen. Dennoch mahnte Professorin Chow zur Vorsicht gegenüber blindem Technikvertrauen: Strenge Validierung, verlässliche Daten, Datenschutz und nachvollziehbare Algorithmen seien unverzichtbar.

Innovation allein genügt jedoch nicht, denn wissenschaftliche Erkenntnisse müssen auch in der Praxis ankommen. Genau hier setzt die Implementierungsforschung an: sie identifiziert die Hürden, die den Weg vom Labor ans Krankenbett erschweren. Pablo Perel von der London School of Hygiene & Tropical Medicine betonte: «Neue Forschungsergebnisse finden noch immer zu selten Eingang in die klinische Praxis, besonders dort, wo Ressourcen knapp sind». Genau diese Lücke will das Emerging Leaders-Programm schließen, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Es vermittelt den Teilnehmenden evidenzbasierte Strategien und bereitet sie darauf vor, die kardiovaskuläre Medizin in eine neue Ära zu führen.

Mit dieser Partnerschaft verfolgen die Menarini Stiftung und die WHF eine gemeinsame Vision: jedem Menschen auf der Welt die Chance auf ein längeres und gesünderes Leben zu geben.

Fondazione Menarini fühlt sich geehrt, die WHF in Fiesole willkommen zu heißen.