Wenn Sport und Werte aufeinandertreffen, entstehen Geschichten, die weit über Medaillen hinausgehen. Die Geschichte von Rigivan Ganeshamoorthy, der bei der 29. Ausgabe des Fair Play Menarini International Award ausgezeichnet wurde, ist eine davon. Es ist ein Weg, geprägt von Mut, Opferbereitschaft und einer ruhigen, ansteckenden Positivität, die Rückschläge in Stärke verwandelt.
Für alle ist er einfach „Rigi“. Innerhalb kurzer Zeit wurde Ganeshamoorthy zu einer der beliebtesten Persönlichkeiten der italienischen Leichtathletik. Geboren 1999 in Rom in eine Familie tamilischer Herkunft, verbrachte er eine unbeschwerte Kindheit – bis sich sein Leben 2017 nach der Diagnose des Guillain-Barré-Syndroms schlagartig veränderte. Zwei Jahre später führte ein Sturz zu einer Halswirbelsäulenverletzung, die ihn tetraplegisch machte. Doch selbst in den schwierigsten Momenten hörte Rigi nie auf, nach vorne zu blicken, sich neue Ziele zu setzen und sich nicht von den Umständen definieren zu lassen.
Bevor er seinen eigenen Weg fand, probierte er verschiedene Sportarten aus: Rollstuhlbasketball, Fechten und alles, was ihm das Gefühl von Wettkampf und Adrenalin zurückgeben konnte. Schließlich war es die Leichtathletik – genauer gesagt die Wurfdisziplinen –, die ihm die perfekte Balance aus Technik, Konzentration und Ausdruck bot. In einer Disziplin, in der Kraft stets von Kontrolle begleitet werden muss, fand Rigi den Raum für seinen Neuanfang. 2020 bestritt er seine ersten Wettkämpfe, 2023 gewann er seinen ersten italienischen Meistertitel – und von da an nahm seine Karriere einen stetigen Aufwärtstrend voller Emotionen und Erfolge.
Der Wendepunkt kam bei den Paralympischen Spielen Paris 2024. Im Diskuswurf der Klasse F52 gewann Ganeshamoorthy die Goldmedaille und stellte dabei gleich dreimal in einem einzigen Wettkampf den paralympischen Weltrekord ein – mit Weiten von 25,48 m, 25,80 m und schließlich außergewöhnlichen 27,06 m. Noch beeindruckender wird diese Leistung, wenn man bedenkt, dass es erst sein dritter internationaler Wettkampf war – und dass der Zweitplatzierte mehr als sechs Meter zurücklag.
Eine einfache Geste vielleicht – und doch eine, die viel über den Geist aussagt, der große Champions verbindet. Unter Athletinnen und Athleten zeigt sich Unterstützung oft in gemeinsamen Symbolen und stillen Zeichen der Ermutigung. Caironi, selbst seit 2013 Fair Play Menarini Botschafterin, verkörpert jene Werte, die heute auch ihre Geschichte mit der von Rigi verbinden: Respekt, Bescheidenheit und Solidarität.
Heute verkörpert Rigivan Ganeshamoorthy mit seinen Rekorden und seiner natürlichen, entwaffnenden Authentizität den Geist von Fair Play Menarini in besonderer Weise: auf höchstem Niveau zu konkurrieren, ohne jemals aus den Augen zu verlieren, was wirklich zählt.